Personenbeförderung auf dem Wasser

Vorsorge für eine unbeschwerte Fahrt Teil 1

Mit dem Auto darf man 8 weitere Personen befördern, auf dem Boot habe ich noch kein Limit gefunden.

Trotzdem ist man für jeden einzelnen Passagier verantwortlich.

Der Skipper ist für Leib und Leben, die Yacht sowie für die Einhaltung der schifffahrtspolizeilichen Vorschriften verantwortlich. Skipper und Crew bilden eine Risikogemeinschaft, und der Schiffsführer unterliegt einem erhöhten Haftungsrisiko.

Wrack

Heruntergekommenes Schiff

Doch was bedeutet das?

Entsteht aus einer für ein Crewmitglied umsetzbare Aufgabe ein Schaden (z. B. an einem anderen Boot), so ist der Skipper aus seinem erhöhten Haftungsrisiko heraus gegenüber dem Geschädigten letztlich haftbar.

Zusammenfassend kann man sagen, dass trotz Kommandos der Schiffsführer für alles, was die Crew tut, verantwortlich ist.

Hier sind einige Beispiele genannt, was passieren kann und wer dann haftet.

Und genau da ist der Punkt an dem ich mich frage: Warum tue ich mir das an?

Damit ich im Schadensfall nicht ohne Haus und Hof da stehe, habe ich nach längerer Recherche zwei Dokumente erarbeitet, die mich hoffentlich genügend absichern. Meine Mitsegler finden das zwar immer ein bisschen übertrieben, aber die haben sich ja auch noch nie damit auseinandergesetzt, was für uns Freizeit-Skipper da dranhängt.

1. Die Chartertörn Vereinbarung

Diese Vereinbarung regelt die rechtlichen Beziehungen der gesamten Schiffsbesatzung untereinander.

  1. Jedes Crewmitglied wird Mitglied einer GBR, die zu dem Zweck der gemeinsamen Reise geschlossen wird.
  2. Jedes Crewmitglied bekommt eine Kopie des Chartervertrages und ist mit den dort abgebildeten Regelungen einverstanden
  3. Jedes Crewmitgliedbekommt eine Auflistung der zu erwartenden Kosten und verpflichtet sich diese zu gleichen Teilen zu tragen, auch wenn er ausfällt.
  4. Jedes Crewmitglied verpflichtet sich den Anweisungen des Skippers zu folgen
  5. Jedes Crewmitglied akzeptiert einen Haftungsausschluss

Das ganze habe ich zu einem Dokument zusammengefasst, das mir jedes Crewmitglied vor dem Törn unterschreiben muss.

2. Haftungsausschlusserklärung

Schon wieder? Ja noch eine, denn die in der Chartertörnvereinbarung hat so ihre Tücken. Um ganz sicher zu gehen und von den Gerichten unanfechtbar (?) zu sein, muss man eine individuelle, nur für den einzelnen Törn gültige Haftungsausschlusserklärung unterschreiben lassen. Darin wird dann auch bestätigt, dass das Crewmitglied die Sicherheitseinweisung genossen hat und damit auch weiß, worauf es sich einlässt.

Wer sich in die Thematik noch tiefer einlesen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen: „Die Haftung des Skippers – seine Rechte/seine Pflichten, habe ich selber noch nicht gelesen, aber hört sich ganz gut an.

Weiter geht es mit Teil 2: Skippers Versicherungen

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2 Antworten

  1. 21. April 2018

    […] Zum ersten Teil geht es  hier. […]

  2. 28. August 2018

    […] Siehe mein Beitrag über einen unbeschwerten Törn […]

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